Für Ihre unternehmerische Tätigkeit, Ihre berufliche Position und auch für die Freude beim Lernen brauchen Sie einen klaren gut trainierten Kopf. Ihr Gedächtnis bringen Sie mit aktiven Mnemotechniken in Seminaren von Markus Hofmann in Schwung. Oder Sie besuchen Webinare, kämpfen sich durch das Gedächtnis-Workbook, hören CD’s, Podcasts oder lassen sich durch Videos aktivieren. Welche Kosten können Sie steuerlich absetzen?

Wie sieht es in Österreich aus?

Prinzipiell sind Weiterbildungsmaßnahmen als eine Erweiterung der fachlichen bzw. persönlichen Fähigkeiten und Kenntnisse zu sehen. Genau dann liegt Fortbildung vor, wenn Sie sich in und für einen bereits ausgeübten Beruf weiterentwickeln. Steuerlich werden die Ausgaben anerkannt, wenn sie in Zusammenhang mit Ihrem Job oder Ihrem Unternehmen stehen.

In Ihre Steuererklärung fließen diese Kosten daher als Werbungskosten ein, wenn Sie Arbeitnehmer sind. Als Selbstständiger stellen diese Ausgaben Betriebskosten darund die beruflichen Fähigkeiten erhält, erweitert oder entwickelt. Liegen diese Voraussetzungen vor, können Ausgaben von der Steuer abgesetzt werden. Bei einem Arbeitnehmer als, bei einem Selbstständigen als Betriebskosten - dem Äquivalent zu Werbungskosten.

Vorab ist zu sagen, dass die Kosten für Beratungen, Coaches, Seminare und Co. nur dann steuerlich absetzbar sind, wenn ein enger beruflicher Zusammenhang gegeben ist. Konkret bedeutet das: alles was auch der privaten Lebensführung dienlich sein könnte, darf nicht abgezogen werden. Dass der Pfad hier sehr eng ist ergibt sich aus der gesetzlichen Bestimmung dazu:

Gemäß § 20 Abs 1 Z 2 lit. a EStG dürfen bei den einzelnen Einkünften Aufwendungen oder Ausgaben für die Lebensführung, selbst wenn sie zur Förderung des Berufs oder der Tätigkeit des Steuerpflichtigen erfolgen, nicht abgezogen werden.

Was damit genau gemeint ist, lesen Sie in diesem Artikel.

Kann ich Kosten für Beratungen und Coaching steuerlich absetzen?

Grundsätzlich können Angestellte Coaching- und Beratungsaufwendung im Rahmen der ArbeitnehmerInnenveranlagung (das ist im Volksmund der Lohnsteuerausgleich) als Werbungskosten geltend machen.

Wenn Sie selbständig sind, können diese Aufwendungen als Betriebsausgaben geltend gemacht werden.

Unter welchen Voraussetzungen kann ich Kosten steuerlich absetzen?

Die wichtigste Voraussetzung ist ein beruflicher Zusammenhang!

Das heißt: Je konkreter Sie die berufliche Veranlassung nachweisen können, desto wahrscheinlicher die steuerliche Absetzbarkeit.

Schwieriger wird es, wenn die Leistungen auch Ihren privaten Bedürfnissen dienlich bzw. von allgemeinem Interesse sind. Diese sind nur dann absetzbar, wenn ein sehr enger beruflicher Zusammenhang gegeben ist.

Aufgrund bisherige Rechtsprechung hat sich herauskristallisiert, dass je nach Art der Fortbildung, der Beratung bzw. des Coachings unterschieden wird, wann die Kosten dafür steuerlich absetzbar sind:

  1. Psychologische Beratung
    Besonders restriktiv ist das Finanzamt daher bei psychologischen Beratungen und Gesundheitsberatungen, da diese auch in den Privatbereich fallen.
    Psychologische Beratung ist etwa dann absetzbar, wenn der berufliche Zusammenhang eindeutig ist, etwa im Zusammenhang mit Mobbing am Arbeitsplatz.
    Wenn Sie hingegen einen NLP-Kurs besuchen, dann müssen Sie sehr gut argumentieren können, dass Sie das erworbene Wissen überwiegend in Ihrem beruflichen Kontext einsetzen und benötigen. Dies könnte etwa der Fall sein, wenn Sie im Sales-Bereich oder als Vortragende/r tätig sind.
  2. Coachings
    Auch bei Coachings muss ein beruflicher Zusammenhang nachgewiesen werden.
    In Bezug auf die Kreativcoachings von Petra Hennrich haben Sie also gute Chancen auf steuerliche Absetzbarkeit, wenn Sie in der Kreativ- oder Medienbranche tätig sind (Grafik, Texten, PR, Marketing, etc.). Eventuell lässt sich ein erhöhtes Bedürfnis nach Kreativitätstechniken auch bei GeschäftsführerInnen, ProjektmanagerInnen und generell für Führungspositionen argumentieren.
    Im Zusammenhang mit Wirtschaftscoachings sollte die Argumentation leichter fallen, wenn diese z.B. in einer Unternehmensberatung durchgeführt werden. Denn hier steht die Beratungsleistung eindeutig in Zusammenhang mit dem
    Unternehmen selbst, z.B. wenn es um eine neue strategische Ausrichtung geht.
  3. Fortbildungen und Umschulungen
    Diese sind grundsätzlich steuerlich absetzbar. Allerdings gilt auch hier wieder, dass ein beruflicher Zusammenhang bestehen muss.
    Der berufliche Zusammenhang ist dann schwierig zu argumentieren, wenn in Kursen Wissen vermittelt wird, das von allgemeinem Interesse ist und wenn die Kurse gleichzeitig von Mitgliedern sehr unterschiedlicher Berufsgruppen besucht werden. Dann wird nämlich unterstellt, dass hier keine berufsspezifischen Inhalte vermittelt werden. Die Kosten sind dann nicht steuerlich absetzbar.
    Besonders kritisch hinterfragt werden hier wieder alle Themen rund um Kommunikation, Persönlichkeitsentwicklung im weitesten Sinn, Kinesiologie, NLP, etc.

Unser Tipp für Coaches und Berater:

Wenn Sie Rechnungen für Ihre Kunden ausstellen, gehen Sie sicher, dass die Leistungen sehr konkret beschrieben sind. Damit erleichtern Sie Ihren Kunden die steuerliche Absetzbarkeit.

Unser Tipp für Coaching- und Beratungskunden:

Überprüfen Sie die in der Rechnung beschriebene Leistung und bitten Sie den Anbieter gegebenenfalls um die Ausstellung einer neuen Rechnung.

Was Sie ganz allgemein bei der Erstellung von Rechnungen beachten und welche Merkmale Rechnungen unbedingt enthalten müssen,
lesen Sie hier.

Wie geht es in Deutschland?


Autorinnen:

Claudia Grell (blog.hellerconsult.com/claudia-grell/)
Yvonne Reif (blog.hellerconsult.com/yvonne-reif/)


Das 20-köpfige Heller Consult-Team aus Steuer- und Unternehmensberaterinnen mit Sitz in Wien betreut KlientInnen nach dem Motto: „Heller Consult macht Ihr Unternehmerleben HELLER!“

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Vorallem Arbeitnehmer müssen darauf achten, dass Kosten nur dann angerechnet werden können, wenn der Steuerzahler sie auch selbst zu tragen hat. Sponsert der Chef beispielsweise ein Seminar, teure Fachbücher oder auch Anreise und Verpflegung für eine externe Fortbildung, kann der Arbeitnehmer die von der Firma getragenen Aufwendungen nicht auch noch beim Staat anmelden.

Zahlt der Chef nicht, wandert es in die Steuererklärung

Alle Kosten die der Arbeitgeber aber nicht übernimmt, sollten in die Steuererklärung wandern: Außer Fahrtkosten können das Kopierkosten, Verpflegungsmehraufwand (Pauschbeträge für Dienstreisen), Hotel- oder Übernachtungskosten sein. Reisekosten erkennen die Finanzbeamten nur an, wenn die Fortbildung außerhalb der gewöhnlichen Arbeitsstätte erfolgt.

Wer mit dem eigenen Pkw fährt, kann für die ersten drei Monate einer Fortbildung 30 Cent pro gefahrenen Kilometer ansetzen. Nach drei Monaten hingegen beteiligt sich der Staat nur noch an einer Wegstrecke - entsprechend der Entfernungspauschale.

Wer eine Fortbildungsveranstaltung im Ausland besucht, sollte am besten vorher klären, ob das Finanzamt sich an den Kosten beteiligt. Recht streng schauen die Beamten hier, ob das Veranstaltungsprogramm primär auf Lernen oder auf Leben ausgerichtet ist. Touristische Veranstaltungen dürfen nur in ganz geringem Maße abgedeckt werden. Ist das jedoch der Fall, ist es auch nicht schlimm, wenn der sich fortbildende auf der Reise beispielsweise vom Partner begleitet wird.

Seit dem Jahr 2008 übernimmt der Bund bei einer beruflichen Weiterbildung die Hälfte der Kurs-, Seminar-, oder Lehrgangsgebühr, maximal aber 500 Euro. Diese Bildungsprämie genannte Förderung bekommen Erwerbstätige, die ein Einkommen bis 20.000 Euro haben (40.000 bei Eheleuten). Diese übernommenen Kosten sind nicht steuerlich anrechenbar. Die zweite Hälfte der Kursgebühren aber, die der Steuerzahler selbst tragen muss, kann er in der Steuererklärung geltend machen.

Allgemeinbildung wird nicht vom Staat unterstützt

Zur Frage, ob die Maßnahme als Fortbildung gilt, gibt es eine Faustregel: Was vor allem der Allgemeinbildung hilft, ist nicht steuerlich absetzbar. Dient der Abendkurs bei der Volkshochschule der Verbesserung von Sprachkenntnissen für einen Auslandsurlaub, beteiligt sich der Staat nicht am Lernvergnügen. Das gilt auch für Kosten, die bei Weiterbildungen für ein Ehrenamt anfallen.

Um Zweifel der Finanzbeamten am beruflichen Bezug erst gar nicht aufkommen zu lassen, bietet es sich an, bei Fortbildungen durch Belege die berufliche Relevanz deutlich zu machen.

Die Tagesordnung mit den wichtigen Kursinhalte kann da ebenso helfen wie eine Bescheinigung des Arbeitgebers, die die Brisanz für den Job bestätigt. Der Chef kann dann auch gleich deutlich machen ob - und wenn ja in welcher Höhe - er Kosten übernommen hat.

Bildungsausgaben in einem Zweitstudium werden behandelt wie Fortbildungskosten. Als Folge können auch die Studienkosten als Werbungskosten angerechnet werden. Um Studienkosten später steuerlich geltend machen zu können, müssen Studenten bereits während des Studiums eine Steuererklärung abgeben - und dort ihren Verlust feststellen lassen.

Vorweggenomme Werbungskosten

Das nennt sich Verlustvortrag - und wird mit dem ersten zu versteuernden Einkommen nach dem Studium verrechnet. In einem Musterverfahren vor Gericht streitet der Bund der Steuerzahler derzeit dafür, dass diese Anrechenbarkeit als vorweggenommene Werbungskosten nunmehr auch für die Kosten eines Erststudiums gilt.

Im Gegensatz zu Fortbildungskosten, die als Werbungs- beziehungsweise Betriebsausgaben in unbegrenzter Höhe von der Steuer abgesetzt werden können, gelten für das Anrechnen von (Erst-)Ausbildungskosten bisher die strikteren Regeln für Sonderausgaben.

Anders als Werbungskosten können Sonderausgaben eben nicht "angespart" und später geltend gemacht werden. Da Studenten selten mehr als den Grundfreibetrag von 8004 Euro verdienen, bringt das kaum eine Steuerersparnis.

Das nimmt all jenen die steuerliche Abzugsmöglichkeit, die 2012 keine oder zu wenig Steuern gezahlt haben. Zudem können Sonderausgaben nur begrenzt geltend gemacht werden. Bis zu 6000 Euro pro Jahr und Steuerzahler. akzeptieren Finanzbeamten.

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