Wie passt Ihre unternehmerische Stabilität mit Ihren Werten zusammen?

Teil 1

Eine kritische Frage, die sich jeder Unternehmer auf dem Weg zum Erfolg stellen sollte. Von Liss Heller, Werte-Expertin, Unternehmerin, Autorin, International Professional Speaker

Meine These: „Stabilität als Unternehmen steht im Einklang mit gelebten Werten und erkannten und gepflegten Lebensbereichen.“

Diese Aussage lässt Sie hoffentlich aufhorchen. Denn in den Managementtheorien, beim Betriebswirtschaftsstudium und in vielen theoretischen oder sogar praktisch angehauchten Publikationen hat man uns etwas anderes eingetrichtert: Hier geht es in erster Linie um Produktivität, Geld, Effizienz, viel Umsatz, Kosteneinsparungen, Lean Structure u.v.m.

neun plus eins

In meiner Unternehmerarbeit „für Werte mit Werten“ konnte ich neun plus eins Lebensbereiche identifizieren, welche für die erforderliche Stabilität und die langfristig prosperierende Unternehmensentwicklung maßgeblich sind. Dabei ist es förderlich, dass diese Lebensbereiche mehr oder minder zueinander ausbalanciert sind.

Da meine Expertise auf dem Sektor „Werte“ in erster Linie an Selbständige gerichtet ist, fokussiert sich der erste Lebensbereich um den Unternehmer bzw. dessen Beruf(ung). Unternehmer sein bedeutet, Mut zu haben, nicht vorgefasste Wege zu gehen, seine eigene Berufung zu leben. Unternehmer verfolgen in der Regel auch eine ausgeprägte ethische Grundhaltung – sie sind sich ihrer „Berufung“ bewusst. Die erfolgreichsten Unternehmen werden durch Leidenschaft, Passion, getrieben, sie sind ihrem Ziel verfallen, sehen ihre Vision – die Vorstellung von ihrem Ziel – „bildlich“. Die beruflichen und persönlichen Herausforderungen zu meistern, erfordert Disziplin, Fokussierung und „Dranbleiben“. Dass es auch manchmal die Kehrseite der Medaille gibt, verwundert doch nicht – das ist das Prinzip der Dualität.

Das menschliche Grundbedürfnis

Werte zu haben, zu leben, dafür zu kämpfen ist ein Grundbedürfnis der Menschen.

Ist so eine Aussage „schöne Welt denken“, oder hat sie Substanz? Greifen wir auf die Neurowissenschaft zurück: Emotionen (und diese sind mit Werten verbunden) haben sich in den letzten 100.000 Jahren menschlicher Evolution entwickelt. Wozu braucht es Emotionen? Sie sind der Garant, dass wir die richtigen Entscheidungen treffen! Sie schützen uns vor feindlichen Attacken, sie unterstützen uns dabei, unsere Gene an die nächste Generation weiterzugeben. Man nennt das auch „Fortpflanzung“, wobei wir uns nicht nur physisch fortpflanzen, sondern auch Gefühle, Ideen, Gedanken und den „Spirit“ weitergeben. Weil wir unsere Familie weiterführen wollen, weil für uns Zugehörigkeit und das „Clan-Feeling“ lebensnotwendig sind.

Aus diesen menschlichen Bedürfnissen heraus, des „Miteinander Seins“, der Treue, der Zugehörigkeit, des Zusammenstehens, formt sich das Bild des zweiten Lebensbereichs:

Für unsere persönliche Entfaltung brauchen wir das DU, wobei Blutsbande, aber auch emotionale, mentale, intellektuelle Verbindungen, eine Rolle spielen. Gesellschaftliche Strukturen in Mitteleuropa kennen und leben bereits seit vielen Jahrhunderten neben dem „mein eigen Fleisch und Blut“ auch die Gesinnungsverwandtschaften. Der Lebensbereich „Clan/Familie/Freunde“ bildet sich daher in den Begriffen „Clan – Familie – Freunde – Circles/Netzwerke – Tribes – Zusammenhalt – Miteinander sein – Treue – Gastfreundschaft“ ab.

Auch wenn wir Menschen in Sippen, Stämmen, Tribes, in mehr oder minder großen Zusammenschlüssen leben (müssen), in welchen wir füreinander sorgen: das Wohlfühlen des Individuums, mein Wellbeing, bedeutet: sorge Dich (auch) um Dich selbst. Der dritte Lebensbereich widmet sich dem Fokus auf „Gesundheit/Lebensstil/Fitness“. Ich will hier nicht die abgedroschenen Devisen bringen (z.B. „Liebe dich wie deinen Nächsten“).

Meine klare Aussage: Das ICH braucht Kraft, Erdung, Gesundheit – nicht nur auf körperlicher Ebene, sondern auch mental, intellektuell, psychisch. „Sei achtsam auf Dich selbst“ – das ist eine klare Anweisung, auf sich und seinen Lebensstil, sein Wohlbefinden, seine Fitness zu schauen. Gerade beim Thema Fit sein gibt es viele Wanderprediger, die uns ihren Lebensstil aufzwingen wollen. Jung, schön, schlank und auch noch reich und beliebt – das sind Anforderungen, die voll daneben sind und die uns ins mentale „Knock out“ treiben können; wer setzt hier eigentlich den „Maßstab“?

Menschen reifen, werden älter, werden gelassener – wenn sie an sich arbeiten, ihren Selbstwert kennen und lieben lernen. Und das ist gut so. Achtsamkeit auf den eigenen Wohfühlstatus hilft enorm.

Der vierte Lebensbereich umfasst „Ertrag und Einkommen“ – unabdingbare Parameter für das gedeihliche (Über-)Leben als Unternehmer. Geld muss in die Kasse, Ausgaben und Einnahmen halten sich dann die Waage. Wobei in der geschäftlichen Gebarung der Unternehmerlohn, d.h. der Ertrag des aktiv tätigen Unternehmers, das unternehmerische Risiko und die Absicherung vor stürmischen Meeren Platz haben müssen. Sonst geht sich das Unternehmersein mittelfristig finanziell nicht aus. Unternehmen schaffen Vermögen und können daher auch „Großzügigkeit“ leben. Die Fülle und das Denken in der Fülle schaffen die Basis fürs „Geben“ – der Mehrwert, der aus dem unternehmerischen Tun hinausfließt. .

 

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