7 Tipps, damit das Familienunternehmen erfolgreich läuft

Sind Sie bereit, mit Ihrer Familie ein Unternehmen zu gründen. Wollen Sie mitarbeiten? Können Sie das aktive Familiengeschäft übernehmen.

1. Stärken Sie Ihre Mitarbeiter

Arbeitsklima und Betriebsumfeld in Familienunternehmen sind oft gut, meist viel besser als in anonymen Großunternehmen. Der Grund dafür sind klare und gelebte Werte, die in Konzernen selten zu finden sind. Familienbetriebe wissen, dass Mitarbeiter ihr Kapital sind, die es im Unternehmen zu halten gilt. Ein positives stimulierendes Arbeitsumfeld kann das garantieren. Geben Sie Ihren MitarbeiterInnen die Chance, sich zu entwickeln, innovative Ideen einzubringen, einen Sinn in ihrer Tätigkeit bei Ihnen zu finden. Zünden Sie den Funken der Begeisterung. Sprechen Sie die Gefühle Ihrer Teams an. Die modernen Neurowissenschaften zeigen auf, dass zuerst die Gefühle lenken, steuern und motivieren. Dann erst schlägt der Verstand, das kognitive Hirn, zu. Neurotransmitter wie Dopamin werden durch Arbeitsbedingungen angeregt, in denen innovatives Verändern und Lernen Freude macht und gefördert wird.

2. Machen Sie Abgrenzung möglich

Gemeinsamer Urlaub, Familienessen oder Besuch der Enkelkinder. Das ist natürlich auch bei Familienunternehmen normaler Alltag. Fakt ist: Das Thema Business lässt sich nicht so leicht ausblenden. Beim Frühstück werden der bevorstehende Tag und die To Do’s besprochen, beim Abendessen über die Strategie philosophiert, während der Autofahrt neue Marketingmaßnahmen erörtert oder telefonische Anweisungen gegeben. Der normale 9-to-5 Job ist (hier) eine Fiktion. Deshalb schauen Sie, dass Sie für sich das optimale Maß finden. Bringen Sie auch Entspannungszeiten in Ihren Familienbetrieb ein – indem Sie spielerisch Gesprächsthemen wie Firma, Businessplan und Kunden für ein paar Stunden zum Tabu erklären. Stellen Sie zu Hause eine „Verbotene Spiele“-Kassa auf: 1 € in diesen Erholungsstunden für jede Erwähnung von Geschäftsdingen. Da geht sich manchmal ein gemütliches Essen oder eine gemeinsame Spritztour aus.

3. Setzen Sie auf ein hohes Maß an Vertrauen

So viel gemeinsame Arbeit setzt auch ein hohes Maß an Vertrauen gegenüber den einzelnen Familienmitgliedern voraus. Als UnternehmerIn können und müssen Sie darauf vertrauen, dass die Familienbande stark sind. Familienmitglieder bekommen dieses Unternehmer-Gen frühzeitig mit und können daher das Familienbusiness bei Netzwerkveranstaltungen authentisch und exzellent präsentieren. Genauso bei der Erledigung von Kundenanliegen. Dass hierbei alles rasch und ohne breite Erklärung gehen muss, ist selbstverständlich. Eine klare Absprache über Werte und deren Kommunikation nach innen und außen ist hilfreich.

4. Der Druck ist groß – entspannen Sie sich und die anderen

An ein Familienmitglied legen andere Mitarbeiter auch höhere Maßstäbe an. Von Kindern/Geschwistern/Eltern des Chefs/der Chefin wird von Natur aus mehr erwartet. Familienmitglieder zeigen, dass sie nicht nur genauso viel, sondern mehr und besser arbeiten können. Druck auf die eigene Leistung und den Willen, zum Gedeihen des Betriebs beizutragen, ist dabei oft „selbstgemacht“. Mann/Frau will sich nicht dem Vorwurf aussetzen: „Der/die pickt sich die Rosinen heraus und bekommt immer Extrawürste“. Um die Harmonie zu erhalten, entkräften Sie das Klischee des „faulen Sohnes/Bruders“, der „verzogenen Tochter/Schwester“ durch Klarheit und Fairness. Erklären Sie Ihre Erwartungen – an die Family und an das Team. Dann wird sich niemand zu gut sein, auch die kleinen Dinge zu übernehmen, selbst mitanzupacken, anderen Teammitgliedern zu helfen: Sei es persönlich ans Telefon zu gehen, die Tür aufzumachen und Kunden zu empfangen, oder einfach mal zur Post gehen und Briefe aufgeben.

5. Kritik bitte direkt und wenn, dann unter vier Augen

So viel Nähe und Vertrautheit fördert natürlich auch Direktheit. Abweichende Meinungen werden unverblümter gesagt, manchmal passiert da auch Ungewolltes: Eine Seite fühlt sich gekränkt, übergangen, vor den Kopf gestoßen fühlt. Nicht immer lässt sich dies objektivieren, fällt es schwer, eine Sache aus mehreren Blickwinkeln zu betrachten, die Sache von der Botschaft zu trennen. Man übersieht: Kritik ist kein persönlicher Angriff. Meinungsverschiedenheiten gibt es immer und das ist gut so. Wie werden die Konflikte ausgetragen, bewältigt. Erkennen Sie Spannungen zeitgerecht und führen Sie ein amikales klärendes Gespräch. Lassen Sie den Groll rasch gehen, damit das nächste Familienessen wieder harmonisch verläuft. Und die kleine Krise nicht auf das restliche Team abfärbt. Das beste Rezept: Lob coram publico, Kritik unter vier Augen. Loben Sie lang und kritisieren Sie kurz und erläuternd.

6. Lachen und Freude

Üben Sie sich in Humor, paradoxen Interventionen und in positiver Selbstkritik. Veräppeln Sie sich selbst, aber spotten Sie nie über die anderen – weder über das eigene Familienmitglied noch über Ihre Mitarbeiter oder gar über Kunden und Lieferanten.

Bevor Sie den Telefonhörer abheben, zaubern Sie ein breites Lächeln auf Ihr Gesicht. Das sieht der Gesprächsteilnehmer auf der anderen Seite nämlich – auch wenn Sie nicht Skype, Facetime oder andere Videotools verwenden.

Paradoxe Interventionen:

Wenn Sie in einer Konfliktsituation eine unerwartete Handlung setzen, dann macht es „klick“ und es lösen sich Spannungen.

Stellen Sie Fotos von lachenden Menschen auf. Nutzen Sie die Kraft und Energie der Spiegelneuronen.

7. Sie haben (noch) kein Familienunternehmen? So entwickeln Sie eines….

Allein geht gar nichts. Vielmehr ist ein funktionierendes Netzwerk an Mitarbeitern, Partnern, Kollegen, Kunden, Verwandten und Freunden – zusammengeschweißt und verbunden durch gemeinsame Werte und Visionen – Garant für Erfolg und Nachhaltigkeit. Dieses dadurch entstehende familiäre Umfeld im Business führt zu positiven Veränderungen, die sich auch in Ihrem Geschäftserfolg niederschlagen: Das Miteinander im Betrieb senkt eindeutig die Fehlzeitenquote. Das liegt nachweislich an besonders guten und attraktiven Unternehmenskultur. Adäquate motivierende Arbeitsbedingungen senken die Krankenstandsdauer um beachtliche Prozentpunkte – so das Ergebnis vieler nationaler und globaler Studien. Mit einer Senkung der Fluktuationsquote um lediglich 5% erspart sich ein Handwerksbetrieb mit 20 Mitarbeitern jährlich einen Mittelklassewagen. Die Nachbesetzungskosten betragen in der Regel zwischen 40% und 400% der Jahreskosten eines Mitarbeiters. Unternehmen, die wie ein Clan geführt werden, sind hier begünstigt, denn sie schaffen langandauernde Bindungen des Teams.

Cookies erleichtern die Bereitstellung unserer Dienste. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Weitere Informationen Ok