Charisma und Werte: Charisma – ein Geschenk aus dem Genpool?

Sind wir Frauen von Natur aus charismatisch? Ja; nein, vielleicht? Oder können wir das lernen? Was bringt uns Charisma für unsere Karriere als Vorstandsmitglied, Geschäftsführerin oder Aufsichtsrätin?

Aus meiner Sicht ist zu unterscheiden zwischen positiver Ausstrahlung, somit einem positiven Charisma, und einer manipulativen Charisma-Technik. Die reine Selbstinszenierung kann schnell verpuffen, zu einem Verlust von Charisma führen. Es folgt so eine Art Demaskierung. Manipulation ist kein ethisches Mittel, um sich ins Blickfeld zu setzen. Aber gerade dieser innere ethische Blocker hindert uns Frauen oft daran, an unserem eigenen Charisma zu arbeiten, es feinzutunen, aus dem Innersten heraus Charisma zu leben und zu lieben.

Wir brauchen die Inszenierung, und somit auch die Selbst-Inszenierung, um als Persönlichkeit beeindrucken und überzeugen zu können. Wir brauchen sie auch, um letztendlich unsere Skills unter Beweis stellen und unsere Botschaft platzieren zu können.
Gloria Beck meint dazu, dass es sieben Verhaltensweisen braucht, um Charisma bescheinigt zu bekommen. Ich beleuchte diese aus meiner Perspektive und auf Basis meiner Erfahrungen.

Seien Sie gespannt auf die Inputs und Gedanken zu den Themen:
Charisma, wie kann ich es lernen und welches Verhalten wird mir abverlangt.
 
Als gelernte Österreicherin, welche das „K+K-K-Prinzip“ hochstilisiert, sind mir Förmlichkeiten und Höflichkeitsformen in Fleisch und Blut übergegangen. Sie grübeln, was meint Liss Heller damit?
K+K-K kommt aus unserer imperialen Epoche, die in Wien noch immer in unseren Genen schlummert – kaiserlich-königlicher Konjunktiv.

 
Andererseits sind wir aus dem Englischen gewöhnt, in der Ihr- oder Du-Form zu kommunizieren. Das passt mir dann, wenn ich ein Hörbuch konzipiere, einen Blogartikel schreibe oder einen Podcast produziere. Das lässt mich mehr in den Fluss kommen.

Ohne despektierlich zu sein (auch so ein antiquierter Begriff), werde ich mich daher in diesem Blog der Ihr- und Du-Anrede bedienen.

Zuerst mein besonderer Tipp: lasst Euch von niemandem etwas aufschwatzen, pfeift auf die Meinung von Menschen, die es besser wissen (oder glauben, es besser zu wissen). Also selbstbestimmt durch das Leben und nicht den Anderen an den Lippen hängen. Auch nicht an den Lippen von Liss Heller.
Ich habe Euch sieben Verhaltensweisen versprochen, die Euch helfen, Euer Charisma noch zu verfeinern. Es geht ja in erster Linie darum, dass unser Charisma von außen und von innen wächst.

Von außen brauchen wir die Anerkennung, die Akzeptanz, das „Erkennen“, dass und wie charismatisch wir sind. Von innen sind die richtige Einstellung und unser Selbstwert gefordert. Wir wollen ja Charisma nicht manipulativ, sondern echt und ehrlich einsetzen, oder? Wir wollen mit unserer Performance und unseren Skills sowie mit unserer Persönlichkeit punkten…

6 Verhaltensweisen, die Euer Charisma verfeinern.

Verhaltensweise eins:

Es geht um Außergewöhnliches, um spezielle außergewöhnliche Handlungen. Habt Mut, zu Eurer Besonderheit, zu Eurem Außergewöhnlich-Sein zu stehen. Das erfordert Selbstreflexion, Festigkeit, den Wunsch und die Zivilcourage, Eure Besonderheit zu zeigen. Stellen wir unsere Einzigartigkeit unter Beweis. Wir sind alle „unique“.

Wie war das früher, als wir noch auf der Suche nach uns selbst waren? Bevor wir unsicher an unserer Persönlichkeit gefeilt haben? Oft haben wir uns Kleider, die gerade schick waren, an den Leib geheftet, den Haarschnitt so gestaltet wie Prinzessin Diane, die Augen mit einem extra starken schwarzen Kajal-Stift umrahmt. Wie war das bei Dir?

Zu Tattoos und Piercing habe ich mich zwar nicht hinreißen lassen. Aber ich glaubte damals, schon mal den einen oder anderen verrückten Mode-Trend mitmachen zu müssen.
Heute stehe ich zu mir und meiner Einzigartigkeit. Und ich bin überzeugt und überzeugender denn je.
Wie ist Deine Charisma-Positionierung?

Und nun zur Verhaltensweise zwei:

Sei unabhängig und pfeife auf die Meinung der anderen. Kopple Dich von den Meinungsklüngeln ab, sei kein Wendehals! Sei eigenständig in Deinen Ansichten, auch wenn sie manchmal kontradiktorisch sind.

Überlege Dir, welche Meinung aus Deinem Innersten kommt. Nicke nicht mit dem Kopf, wenn andere ihre Meinung äußern, mit welcher Du Dich in keinem Fall identifizieren kannst. Protestiere, wann Du den Drang dazu verspürst.
Mein Schlüsselbuch war hier in meinen jungen Jahren das Standardwerk der amerikanischen Autoren Professor Herbert Fensterheim und Jean Baer: „Sag nicht ja, wenn Du nein sagen willst.“ Die ersten fünf Zuhörerinnen, die ein Mail an mich unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! schicken, Kennwort: NEIN, erhalten von mir dieses E-Book als Geschenk.

Sei prägnant in Deinen Äußerungen. Rede niemandem nach dem Mund, sonst wirst Du eines Tages erkennen, dass sich Dein „Mund und Dein Mind“ verformt haben.
Sei autark, äußere Deine eigenen Standpunkte und nicht die gängige Meinung anderer.
Neige nicht zur Harmonie, sondern zur geschärften Kante.

Habt Ihr schon geübt, Eure persönliche Meinung zu schärfen und Euch noch klarer und prägnanter zu positionieren? Nicht mit dem Wind zu segeln? Sondern gegen den Strom zu schwimmen? War das für Euch mühsam? Oder konntet Ihr diese Verhaltensweise auch ein wenig spielerisch einsetzen? Vielleicht habt Ihr Euch sogar an diesem Spiel delektiert.

Gratulation, wenn das Üben für Dich auch mit einem Wohlgefühl, ja sogar einem Hochgefühl verbunden war: weiter so.

Und nun Verhaltensweise drei:

Bei meinem vorigen Kommentar war die Empfehlung: Sei klar und prägnant in der Reaktion.
Nun geht es um die Aktion, um das Setzen neuer Dimensionen. Du stellst die Regeln auf, Du bestimmst neue Gebote. Du bist der Spiritus Rector einer faszinierenden Idee. Deiner Idee.
Nicht immer muss Deine Idee ultraneu sein, manchmal schöpft eine weise Frau auch aus den Erkenntnissen anderer, erfolgreicher Menschen. Das kann natürlich auch von einem Mann stammen, mit Deiner Inspiration und Kreativität schaffst Du daraus ein noch vollkommeneres Werk.
 
Übe Dich darin, die Gebote zu verfeinern. Verlange beispielsweise, dass sich Deine Gesprächspartner vor einem Meeting, einem Coaching mit Dir sehr gut vorbereiten. Gib ihnen Checklisten mit, die sie als Hausaufgabe bis zum nächsten Mal ausarbeiten müssen. Das tust Du sicherlich schon jetzt als professionelle Managerin, Coach, Mentorin. Da legst Du jetzt noch ein Schäuferl nach. Dein Klient muss Deine "Gebote" richtig spüren.

Wenn Dir das zu heiß ist, dann erprobe Deine Regeln an Lieferanten, Banken, EDV-Dienstleistern oder auch beim Biergarten ums Eck. Sei dabei bestimmt, aber nicht ungut.
Verkünde Deine Regeln aus der innersten Überzeugung heraus, kontrolliere Deine Nervosität, senke Deine Stimme, sei eher leise und eindringlich als laut und fordernd. Stilisiere Dein Geheimnis, inszeniere Deine geheime Botschaft.

Mein vorhergehender Aufruf hat Euch schon sehr viel abverlangt, nämlich über den eigenen Schatten zu springen, Konventionen hinter Euch zu lassen und den Spieß umzudrehen: Ihr seid diejenigen, die fordern, die die Regeln aufstellen, deren Nichteinhaltung sanktionieren. Auch das gehört dazu, wenn Ihr als BesteFrauen Eure Positionierung im Markt festigen wollt.

Ich freue mich, wenn Ihr über Eure Übungen berichtet: Ob es Euch dabei gut geht, oder ob Ihrmöglicherweise ein flaues Gefühl habt, ob Ihr vielleicht sogar glaubt, dass Euch dies nicht zusteht?

Schick mir doch ein Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!. Berichte freizügig über Deine Erfahrungen. Ich werde Deine Stories nur dann – selbstverständlich anonymisiert – veröffentlichen, wenn Du dazu Dein OK gibst.


Keine Bange, in jeder Frau (und auch in so manchem Mann) kommen zu Beginn Bedenken auf, stellt sich ein mulmiges Gefühl ein. Wenn sich unsere neuronalen Bahnen allerdings durch das Üben verfestigen und verbreitern, geht es das nächste Mal schon halb automatisch, also dranbleiben! Irgendwann macht sich Euer Autopilot richtig selbständig.

Mit dem Üben kommt der Wagemut! Es stellt sich das sein, was wir für unseren Charisma-Aufbau benötigen: Unkonventionell zu sein, mit den Gepflogenheiten zu brechen, die Konventionen über Bord zu werfen. Ziel ist es, dass keiner mehr an Euch vorbeikommt.

Daher die nächste Verhaltensänderung vier und Übung:

Fühlst Du Dich autark genug, um diese unkonventionellen Ideen und Meinungen in die Welt zu tragen? Ich weiß, dies erfordert Deine volle Aufmerksamkeit, Klarheit und echte Zivilcourage. Denke über den Tellerrand, zeige das auch. Stelle unkonventionelle Modelle in den Raum.

Ich persönlich habe sehr viel von meinen Künstler-Freundinnen gelernt. Susanne beispielsweise geht den Raum ab, sie sieht alles aus unterschiedlichen Blickwinkeln, und formt dann die neuen Ideen. Sie verwendet statt der blauen Farbe ein schreiendes Violett oder ein dämpfendes Dunkelgrün. Sie lässt die Farben miteinander streiten, diskutieren, konkurrieren. Dadurch entsteht im Kontext ein unerwarteter  Aspekt, viele neuen Perspektiven.
Genauso kannst Du vorgehen: Kommst Du aus der kühlen, zahlenaffinen Welt, so setze als Gegenpol die Wärme, die Bemutterung, die Zartheit, die Verletzlichkeit.
Wirst Du als besonders sachlich wahrgenommen, führt Deine plötzlich herausgestrichene Weiblichkeit zu einer Irritation. Sie macht Dich interessant, begehrenswert, unergründlich.

Übe im kleinen Kreis, wenn Du Dich noch nicht mutig und stark genug fühlst. Der kleine Kreis ist auch der Spiegel, in den Du hinein blickst und der Dir ein Feedback gibt. Nimm es an.

Charismatische Menschen leben in der Größe: Sie sehen das Big Picture und nicht die kleinen nebensächlichen Details. Sie lassen sich nicht von Ärmelschonern, von Beamten, von Erbsenzählern oder Paragraphenreitern beeindrucken und schon gar nicht von ihrem Ziel abhalten.
 

Nun also der fünfte Tipp zur Verhaltensänderung:

Besinnt Euch darauf, dass Ihr als BesteFrauen die Zügel fest in der Hand habt. Lehnt demonstrativ alles ab, was Euch Grenzen setzen möchte. Ihr seid die Göttinnen der Klarheit, der Führung, des Erfolges.

Wenn Euch auffällt, dass die Situation, das Meeting, die Gruppensitzung an Formalitäten zu scheitern droht, dann schlagt mit der Faust auf den Tisch. Weist die Funktionäre, die Formalisten, die Kleindenker in die Schranken, leitet sie auf den Weg zu einer rasche Lösung. Fordert sie zu einer Kehrtwendung auf, zum "back to the roots".

Ein zusätzlicher Tipp: Üb das Schlagen mit der Faust. Sei nicht zaghaft, sondern kräftig, bestimmt. Wenn Du Golf spielst, denke an den Abschlag. Kraftvoll, mit Schwung. Wenn Du gerne joggst, denke an die kräftigen Armbewegungen. Beim Tennis vielleicht der Longline oder der Smash.

Übrigens versinnbildlicht die Göttin Charis besondere Anmut. Mit dem Begriff Anmut bin ich allerdings nicht ganz einverstanden, denn Männer sind auch nicht anmutig, wenn ihnen Charisma zugeschrieben wird. Dieses Bild von Charis erinnert an Zeiten, als wir Frauen lediglich als hübsche Beigabe, als Aufputz zu den Männern angesehen wurden. Nein, das ist nicht meins! Geht es Euch dann nicht auch mal so, dass bei einem Empfang Euer Mann in ein Gespräch involviert wird und man Euch links liegen lässt. Das hat mich immer erbost! Da wurde ich Amazone – und nicht Charis.

Nikolaus B. Engelmann hat Charisma so definiert: „Einmal ist es das gewisse Etwas, die persönliche Ausstrahlung, Energie, Charme, Überzeugungskraft, Vertrauen, ein andermal gehört auch Sexappeal dazu."
 
Liebe BesteFrauen,

Und wie war es, die Formalisten und Ewiggestrigen in die Schranken zu weisen? Hat es Euch Genugtuung bereitet? Es ist der Weg zu mehr Klarheit und dadurch zu Eurem Charisma.

Euer Verhalten sollte an Prägnanz gewinnen. Kleinliche Zugeständnisse, um Ruhe zu haben, sind hinderlich. Lasst Euch nicht abspeisen, habt immer das Big Picture im Blick. Es geht um Eure Positionierung, um Eure persönliche und finanzielle Weiterentwicklung.

Gib Dich nicht mit dem kleinen Erfolg von heute zufrieden, sondern strebe den Befreiungsschlag an, die große Lösung.

Ihr werdet immer wieder hören: „Sei bescheiden, freu Dich doch über den kleinen Erfolg, strebe nicht zu viel an, Du wirst scheitern, Du willst viel zu viel. “

Streife dieses „mindset“ ab wie eine Haut, die heute nicht mehr zu Dir passt. Lass Dich auf Deine Metamorphose ein. Das geht nicht von einem Tag zum anderen, das ist klar. Aber wenn Du das große Bild im Auge hast, wirst Du siegen. Und Du wirst in Deine Kraft kommen, Du wirst Charisma entfalten.

Agiere aus voller Überzeugung und stelle das Wohl der anderen durchaus in den Vordergrund. Menschen lieben es, wenn wir ihr Wohl im Auge haben. Das heißt aber nicht, dass wir ihnen etwas vorgaukeln, sondern: wenn Du die Gesamtheit, das ganzheitliche Bild, das große Ganze anstrebst, dann wird automatisch auch Deine Umwelt davon profitieren. Lege das Kleinkrämerische ab, werde zum Vorbild.

Wir kommen jetzt zu einem heiklen Thema, zum Geld.

Nummer sechs: Frauen, Charisma, Geld – passt das zusammen?

Ihr werdet immer wieder hören: Geld steht Euch nicht zu. „Was, Sie wollen dafür Geld haben?“ Es muss doch für Sie eine Genugtuung sein (und das sollte ausreichen), dass Sie das tolle Ergebnis dieses Projektes mitgetragen haben. „Frauen brauchen kein Geld, dafür haben sie ihre Männer.“

Und wenn Ihr dann doch Geld verlangt, nämlich das, was ein Mann ohne Wimpernzucken sofort zugesprochen erhält, dann heißt es doch oft:

„Die ist aber hart, das ist gar keine Frau, die verhält sich so männlich, die ist geldgierig, die ist mit Vorsicht zu genießen, die wird Dich über den Tisch ziehen, wirst schon sehen, irgendwann lässt sie Dich über die Klinge springen…“
 
Ja meine lieben BesteFrauen, auch mit solchen Aussagen ist zu rechnen. Aber mir persönlich ist es wichtig, dass ich finanziell autark bin. Dass ich mir eine ausreichende finanzielle Absicherung aufbauen kann.

Das heisst nicht, Dollar-Zeichen in den Augen zu haben, dass jeder sieht, wie berauschend es für Euch ist, Geld zu kassieren. Aber Geld ist ein Mittel zum Zweck. Wenn wir es bekommen, können wir entscheiden, wie wir es einsetzen. Wir können damit unser Wohl gestalten – und das anderer Menschen –. Wir können bewegen.

Ich bin nicht der Meinung von Gloria Beck, dass wir unsere Selbstlosigkeit aufrechterhalten müssen, auch nicht zum Schein.
Frauen haben ein Grundrecht auf die gleiche Kompensation wie Männer. Das solltet Ihr Euch immer wieder in Erinnerung rufen.
Ihr seid an ein paar Links, Buch Tipps, und sonstige Hinweise zum Thema Charisma interessiert, bitte sendet mir ein mail an: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.

Ich wünsche Euch ein gutes Werken und Wirken!


 

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